Eindrücke am Rande des Geschehens

Sportliches Messer- und Tomahawkwerfen ist kein verbissener Wettkampfsport mit dem Willen zum Sieg um jeden Preis, wie man unschwer sieht (links John Taylor, Großbritannien, zählt ebenfalls zu den weltbesten Messer- und Tomahawkwerfern, oben zu meiner Rechten Mikhail Sedyshev aus Samara, derzeit wohl der beste Messerwerfer der Welt). Unsere Wettbewerbs-Events sind selbst auf europäischer Ebene eher mit  freundschaftlichen bis familiären Wiedersehensfeiern zu vergleichen. Zwar wird auf den Wettbewerben selbst hochkonzentriert geworfen und gepunktet, doch das Geschehen am Rande ist mindestens genau so interessant. Dass Messer- und Tomahawkwerfen weiterhin eine vollkommen dopingfreie Sportart ist (weil unerlaubte Hilfsmittel einfach überhaupt nichts brächten, da das Werfen von Koordination, Konzentration und Technik lebt), sei hier zusätzlich noch kurz erwähnt. Davon unberücksichtigt bleibt natürlich ein kühles Helles nach dem Wettkampf. Doch das fällt sicherlich nicht unter Doping. 

 

Zur Übernachtung während unserer Wettbewerbe bevorzuge ich mein Zelt. Stellmöglichkeiten für die kleine "Dackelgarage" gibt es immer.

Im Zuge dessen bekam ich an meinem Lagerplätzchen neben der Bisonweide (2005 in Pullman City, Bayern) während des Abends noch Besuch von Chippy, dem dicksten Kampfhund der Welt (kämpfte jeden Tag mit seinem Übergewicht, - erfolglos -) Außerdem war "kraulenlassen" eh viel besser als Wache stehen.

                                                                                        

 

Dieses possierliche Kleintier befand sich direkt neben meinem Zeltplatz (Bisonweide Pullman City). Nur gut, dass ein Zaun dazwischen stand.

                                                   

 

Hier nochmal in der Vorderansicht (man achte auf die modische Frisur)

Bison

Als Werfer muss man improvisieren können. Wenn der kleine Hunger kommt, ist auch im PKW rasch eine Bordküche eingerichtet. Mal ist es ein saftiges Steak (ausschließlich englisch - also schön blutrot mittig)....

                                 ...mal sind es Spezialitäten vom Balkan 

 ...und aus der Reisetasche zu leben, wird irgendwann vollkommen normal.

 

Da es in der Tschechischen Republik bei unserer EM in Nivnice (13. bis 15. September 2013) ohne Unterlass regnete, verzichtete ich auf den Zeltaufbau, um nicht nach Wettkampfende vor der Rückfahrt das ganze klatschnasse Zeltzeug zusammenrödeln zu müssen. Ich machte aus meinem Kombi kurzerhand ein "Wohnmobil". Knapp 2,20 Meter Landefläche bieten genug Platz für eine angenehme und trockene Nachtruhe. Und auch genug Raum für eine "Kaffeeküche" am Morgen.

 

Das hier verstehen die Amerikaner unter einem Kleinwagen, für dessen ach so winzige Größe mich die Dame von der Autovermietung um Nachsicht bat.  Während ich selbst dachte, dass allein der Kofferraum genug Platz bot, um dort mit meiner Schrankwand einzuziehen . Verrückte Welt da drüben!

Rom 2010: Meine Nichte Kim-Ngan Guttenbacher, zu diesem Zeitpunkt bereits eine junge Dame von 14 Lenzen, und ihr Onkel (auch nicht mehr der Jüngste) auf dem Zeltplatz neben dem Wettkampfparcours.

  

September 2012: Mein guter Werferfreund und lieber Kamerad Dieter Führer und ich. Zuschauen ist manchmal genauso interessant wie selbst werfen.

                              Dieter und ich - mal als Zuschauer

Die Westernstadt Pullman City im Bayerischen Wald hat eine Menge zu bieten:

 

Hier zum Beispiel die naturgetreue Nachbildung eines indianischen Erdhauses des Stammes der "Mandan":

oder sogar original indianische Tipis (in denen man auch übernachten kann)

Es gibt auch einen Saloon, in dem man sowohl gute Country-Mucke hören als auch sich gepflegt "die Füße nass machen" kann (wie der Cowboy sagt)

...und falls man am nächsten Tag ein paar Sünden abzubüßen hat, so steht auch diesem Vorhaben nichts im Wege.

                                                

 

In Erlangen (Großes Europäisches Werfertreffen 2007) fanden wir Naturburschen alles vor, was das Werferherzchen begehrt. Selbst ein Feuerchen durften wir (meine Wenigkeit als leidenschaftlicher Feuerteufel) entfachen, um das sich abends ein großer Kreis hungriger Werfer versammelt hat, um das saftige Grillgut zu verzehren. 

                                   - Besser geht´s nicht -. 

Sportwerfer sind allesamt und ausnahmslos (!) äußerst sympathische Menschen. Hier der berühmte französische Tomahawkwerfer Christian "Geronimo" Buttarello (links) und der Korse Philippe Catania, so wie ich selbst ebenfalls ein Spezialist mit dem Wurfmesser gerade auf weite Distanzen.

Rom 2010: Kim Guttenbacher und Christian Buttarello, im Hintergrund links Richard Wesson (USA), einer der besten Messerwerfer in der Kurzdistanz, die ich je gesehen habe. Wenn der Mann mal am Bullseye vorbeiwarf, war das eine seltene Ausnahme.

 

Auf diesem Bild Gregor Paprocki (Polen), nebenbei ein mit allen Wassern gewaschener Nahkampfspezialist und zudem noch begabter Kunstmaler, daneben "Little" John Taylor aus Großbritannien (der 2-Meter-Mann links im Bild), ein begnadeter Tomahawkwerfer, der im Jahre 2009 (Frankreich Villeflambeau) die Siebenmeterdistanz mit der Wurfaxt gewann. 

Manchmal sehen Werfer auch furchtbar wild aus!

 

...oder einfach nur sehr entspannt. Links Dieter Führer (Jahrgang `39?! Na - und ?), der noch lange nicht aufzuhören beabsichtigt, absolute sportliche Höchstleistungen zu zeigen. Vermutlich demonstriert er uns auch noch in zwanzig Jahren mit seinem präzisen Wurfstil, wo der Frosch die Locken hat. In der Mitte der Franzose Pierre Cazoulat, der sich in den vergangenen beiden Jahren zu einem extrem treffsicheren Werfer und einem brandheißen Konkurrenten entwickelt hat. Der Mann ist einfach verdammt gut, soviel steht mal fest. In den vorderen Platzierungen wird man immer mit ihm rechnen müssen.

   

...und unser wilder Haufen ist nicht nur einfach sympathisch, sondern auch sehr gesellig. - Prost - !! 

            

Mein finnischer Freund Kari Salonius (links) und Michael Pahl beim lockeren Informationsaustausch. Kari ist Hufschmied und ein talentierter Messermacher, dessen einzigartige Werke Sie genauer unter seiner Website www.axeman.us betrachten können (s. auch Partnerseite). Zudem hat er den drögsten Humor aller mir bekannten Werfer und ist einfach ein sympathisch-cooler Typ. Michael ist ein Wurfmesser-Virtuose, der alle möglichen und unmöglichen Spielereien  über Griffvarianten und Distanzen beherrscht. Besonders in der Kurzdistanz ist der Mann fast nicht zu schlagen, und Michael ist der erste Europäer, der in dieser Disziplin die 100 Punkte-Marke (von 105 überhaupt nur möglichen!) im Wettbewerb geknackt hat. Darüber hinaus hat er große Freude daran, die bloße Praxis bis ins kleinste Detail auch theoretisch und wissenschaftlich zu zerpflücken.  

Kari und Michael

Dies ist Karis legendärer Wurfmesserhalfter der Marke Eigenbau für sieben Wurfmesser. Zünftiger geht´s kaum.

                                     Villeflambeau 2009:

Auch unter den jüngeren Teilnehmern findet stets ein angeregter Dialog statt. In diesem Fall gestaltete sich die Sache zwar ein wenig schwierig, da Kim kein Französisch spricht (allerdings Englisch und absolut fließendes Spanisch). Doch gerade bei den Youngsters ist quasi nix unmöglich.  

Dieter Führer aus Schongau ist ein absolutes Phänomen im Umgang mit dem Tomahawk wie auch mit dem Messer. Mit der Wurfaxt und dem Messer zählt er zu den Besten weltweit. Er zeigt in der Tat deutlich, dass unser Alter oftmals nur eine Zahl im Personalausweis ist. So ganz nebenbei ist er zudem Senioren-Weltmeister im Jagdbogenschießen und ein hervorragender Messermacher mit einem begnadeten Händchen für schönste Lederarbeiten. 

       

Für einen solch seltenen Wurf (Michel Dujay, Frankreich) gibt es leider keine Sonderpunkte.

                                                   - Schade eigentlich - .

Für diesen Wurf hier gab´s leider ebenfalls keine Bonuspunkte. Ein derartiger "Robin-Hood"-Wurf wie dieser "Messer-auf-Messergriff-Treffer" von Philippe Catania kommt vielleicht nur alle zehn Jahr einmal vor.(Quelle: www.messerwerfen.de, Christian Thiel)

                 

Auch bei unseren Wettbewerben hat die EDV längst Einzug gehalten, was die Erstellung der Platzierungen und Ranglisten vereinfacht und beschleunigt.

                                          

   

In diesem Ambiente (Rittersaal des Schlosses Roquefavour) durften wir im Jahre 2008 bei den Französischen Meisterschaften unsere Mahlzeiten einnehmen. Ein Hauch von "Sir Lancelot". Und ein Weinchen gab´s da ...!

Rittersaal

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