IKTHOF-Weltmeisterschaften USA, Austin / Texas 2010

                 ("36 Grad - und kein Ventilator")

               

Die Vereinigten Staaten sind ohne jeden Zweifel eine Reise wert. Mein amerikanischer Werferfreund "Alamo" Mike Bainton (Foto unten - Mike in Aktion) , pensionierter Texas-Ranger, aktiver Karatelehrer und einer der wenigen Träger des 10. Dan Karate, zeigte sich als phantastischer Gastgeber und überaus fairer Sportsmann. Mit seinen Weltmeistertiteln im Messerwerfen steht Mike zudem im Guiness-Buch der Rekorde. Als ich ihn beim WM Messer-Gold-Cup mit knappem Vorsprung schlug und damit auf Platz 4 verwies, nahm er es sportlich und applaudierte mir mit einem texanisch - entspannten Grinsen im Gesicht.

 

Bei  meiner Ankunft am 30. September 2010 am Flughafen Austin nahm Mike mich gemeinsam mit Steve "Catfish" Jackson in Empfang, so dass ich mit meinem Mietwagen nur noch hinterher zu fahren brauchte. Das machte die Sache recht unkompliziert.

Die europäischen Werfer und auch zahlreiche US-amerikanische Sportler waren auf einem schön gelegenen Campingplatz (das Austin Lone Star Resort, s. unten), mit direkter Auffahrt zum Highway, in Blockhütten untergebracht.

 Auf diesem Bild zu meiner linken: "Speshul" Ed Imperatore aus New Jersey . Leider kann man auf dem Foto den schönen Spruch auf seinem Shirt nicht lesen: " I piss excellence". Dem ist dann wohl nichts hinzuzufügen.

 

Ich teilte mir eine Hütte mit John Taylor (links im Bild) aus  Großbritannien, einem der weltbesten Tomahawkwerfer, Dougie Herod, einem begnadeten englischen Messermacher aus Yorkshire und Adam Winrich aus Wisconsin, einem hervorragenden Messerwerfer und zudem Weltrekordhalter im Whip Cracking, der das Peitschenknallen zu seinem Beruf gemacht hat und damit 9 Guinessbuch-Rekorde zu verzeichnen hat.

Die Tage begannen an jedem Morgen um 5.30 Uhr, auch an Samstagen und Sonntagen wird in Amiland keine Ausnahme gemacht. Dann ging es per Bus aus dem Fuhrpark von Mike Baintoins Karateschule zu den Wettkampfplätzen. - Einer davon spektakulärer als der andere - ! S. unten: Ghost Town, nähe Austin, eine nach historischem Vorbild gestaltete Westernstadt, die das ganze Jahr über für verschiedene Veranstaltungen gebucht wird.  

Hin und wieder werden hier auch ganze Ochsen gegrillt, denn mit Kleinigkeiten gibt man sich in den USA nicht ab.  

In Fort Alamo wird das Messerwerfen zu einem äußerst stylischen Westenevent, das keine Wünsche offen lässt. Am meiner Seite hier "Buffalo Bill" Leighton, ein Mann, der den Wilden Westen mit jeder Faser lebt.

                      

                             The "American Way Of Throwing"

In den USA gelten etwas andere Regeln als bei unseren Europäischen Contests: In Europa gibt es festgeschriebene Distanzen (drei, fünf und sieben Meter beispielsweise beim Messerwerfen). Somit kann der Werfer aus der jeweiligen Distanz den Sieg und Titel erringen. In den Vereinigten Staaten sind die Wettbewerbe dagegen immer ein Kombinationspaket: In einem einzigen Wettkampf beginnt man aus einer ultrakurzen Distanz mit nur einer halben Drehung des Messers (half spin), davon drei Wiederholungen. Man geht einen guten Schritt zurück und fährt fort mit einer ganzen Umdrehung (full spin), ebenfalls drei Würfe, und setzt die Sache fort, bis man bei zweieinhalb Drehungen auskommt. Die große Besonderheit hierbei: Die Distanz ist dabei vollkommen egal und ergibt sich vielmehr aus der Anzahl der benötigen "spins". So stehe ich bei zweieinhalb Umdrehungen dann am Ende in rund 6 Metern Distanz zum Ziel, andere Werfer evtl. 40 cm weiter hinten oder auch dichter dran, je nach Technik und Gerät. Pro Wurfstand bestreitet man auf diese Weise fünf Durchgänge à drei Würfe und das Ganze am Ende viermal, somit 60 Würfe insgesamt, die dann aufaddiert werden. Beim Werfen mit dem Tomahawk müssen eine, eineinhalb (recht witzig: Der Stiel muss dann nach oben zeigen) und zwei Umdrehungen geworfen werden, in Entfernung heißt dies ca. 4, 5 und 7 Meter. Daraus ergeben sich natürlich weniger Gesamtwürfe als mit dem Messer, nämlich dreimal drei Würfe (neun laut Adam Riese), mal vier Durchgänge = 36 Würfe. Hinzu kommen noch spezielle amerkanische Spezialitäten wie der "Quick Draw" (Schnellziehen wie die Cowboys), das "Speed Throwing" (so viele Messer wie nur möglich in 20 Sekunden werfen) und das Silhouetten-Werfen um eine lebensgroße menschliche Silhouette herum (s. auch das Foto unten). Bei letzterem gibt es sofort 25 Strafpunkte ins Minus, wenn man versehentlich der Papp-"Lady" den Skalp - oder auch andere Körperteile - ritzt. Ist mir zum Glück nicht passiert.

Foto: Silhoutte "Princess Leia" (Carrie Fisher) von Star Wars 

 

 

Meine Resultate:

 

IKTHOF World Champion Tomahawkwerfen, Intermediate Division, 3. Oktober 2010 in Austin / Texas, Vereinigte Staaten

IKTHOF World Championships, 2. Oktober 2010 in Austin Texas, WM - Gold Cup Messer: Platz 3

IKTHOF World Championships Messerwerfen:   

Platz 6, dies jedoch mit einer recht zufriedenstellenden Punktzahl. - Kein Grund, maulig zu werden - .

Damit Aufnahme in die International Knife Throwers Hall Of Fame und Platz 8 der IKTHOF-Weltrangliste mit dem Messer (bei 236 von 300 mögl. Punkten).  

WM-Pokal

An meinem letzten Tag gönnte ich mir einen Trip jenseits meiner fliegenden Stahlwaren und mietete mir ein Kajak, um damit ganz gemütlich ein paar Stunden und Meilen auf dem "Yellow River" (Colorado, s.u.) entlangzupaddeln.

Nie zuvor hatte ich jemals eine solche Anzahl Wasserschildkröten auf einem Fleck gesehen. Einige davon sind "Snapper", also Alligator-Schnappschildkröten. So niedlich sie aussehen mögen, so leicht könnten sie mal eben in Sekundenschnelle einen Finger amputieren, sollten sie sich bedroht fühlen. Nebenbei kann man gut erkennen, warum man den Colorado auch "Yellow River" nennt.

 

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