Wie "sportlich" ist das Messerwerfen?

              Wie "sportlich" ist das Messerwerfen?

Muckis Marke Eigenbau

Wer mit dem sportlichen Messer- und Tomahawkwerfen startet, muss dafür körperlich kein "Tarzan" sein. Ein durchschnittlicher Kräftigungsgrad in den Armen reicht zunächst völlig aus. Sobald man sich  allerdings den größeren Distanzen nähert und zudem schwerere Messer oder später dann auch Tomahawks wirft, ist die körperliche Belastung des Werfers durchaus vergleichbar mit leichtathletischen Wurfdisziplinen. Wenn es soweit ist, kann ein ergänzendes Krafttraining für den Oberkörper auf keinen Fall schaden. Die Hauptarbeit leisten beim Wurf Schulter, Arme (Trizeps), Brustmuskeln und Rücken. Um gerade an langen Wettkampftagen nicht zu ermüden, empfiehlt sich besonders für diese Körperpartien ein  regelmäßiges und kurz gehaltenes Einzelmuskeltraining von rund 20 Minuten an jedem zweiten Tag. Mehr ist nicht nötig. Dadurch vermeidet man zudem auf lange Sicht auch den unerwünschten Nebeneffekt einer einseitigen Ausprägung seiner Muskulatur, da niemand ständig beidhändig wirft. Man kennt das ja mitunter bei manchen Tennisspielern: Rechts ein Unterarm wie "Arnie" und links ein blutarmer Trommelstock. Doch das muss ja nicht sein. Denn das Messerwerfen ist - zumindest unter dem reinen  Bewegungsaspekt - eine sehr einseitige Sportart (im wahrsten Sinne des Wortes) und "schreit" geradezu nach einem Ausgleichstraining.

Tipps und Anregungen hierzu finden Sie in meinen beiden Büchern mit dem Titel "Muckis Marke Eigenbau", Noxxon-Verlag Essen. Leider hat der Verlag offenbar seinen Betrieb eingestellt, doch verfüge ich noch über Restbestände der Bücher. Bei Interesse einfach drauflosmailen.

                

 

 

                                               "Meditative" Wirkung

"Meine Augen fixieren den kleinen, schwarzen Punkt in der Mitte des Holzes.  Ich denke an nichts anderes mehr, noch nicht einmal an das schwere Messer in meiner Hand. Mein rechter Arm weiß genau, was er zu tun hat. Ich hole aus, und die Messerklinge berührt dabei beinahe meinen Rücken. Dann peitscht mein Arm nach vorne, mit Kraft, aber auch mit ganz viel Gefühl, während ich mein Ziel nicht aus dem Blick verliere. Ich lasse instinktiv los, höre das Sirren der Klinge in der Nähe meines Ohres, verfolge die Flugbahn des sich drehenden blanken Stahls. Nach einem kurzen Moment kracht die Stahlspitze mit einem satten, harten Geräusch ins Holz ("tschock!"). Ich vergesse, wo ich bin. Es gibt fast nichts  vergleichbares." (Ureigenste Erfahrung langer Jahre des Werfens diverser Stahlwaren)      

       Messerwerfen - ein Paradoxon in sich:

Die Handlung ist auf der einen Seite eine äußerst einfache, indem der Werfer vor einer Wurfscheibe steht und versucht, die schwarze Mitte zu treffen. Simpler geht´s ja beinahe nicht. Doch der Bewegungsablauf als solcher ist nun wiederum hochkompliziert, ganz hohe Schule für die Hand-Auge-Koordination und technisch beileibe nicht einfach zu erlernen. Der Werfer ist beim Training und im Wettbewerb daher zwangsläufig hochkonzentriert, auch dann noch, wenn er als fortgeschrittener Sportler die Technik selbst bereits "im Schlaf" beherrscht, doch beschränkt sich seine Konzentration allein auf die reine Handlung des Werfens und Treffens. Alle weiteren Gedanken bleiben beinahe notgedrungen außen vor. Somit bewirkt das Training nahezu immer eine mentale Erfrischung, da störende Gedanken, Sorgen und Erinnerungen während des Werfens überhaupt  keinen Platz bekommen. Der fortgeschrittene Werfer konzentriert sich während des Trainings auch kaum noch auf die technische Ausführung des Wurfes, sondern fast  ausschließlich auf das Ziel. Diese Fokussierung führt zu einem sehr angenehmen Entspannungszustand. Auch viele Starter in diesem Sport gaben und geben mir bisher immer wieder zu verstehen, dass das  Messerwerfen einen äußerst hohen "Suchtfaktor" in sich birgt, wenn man die Grundzüge erst einmal in Ansätzen beherrscht. Dies kann ich nur unterschreiben: Während man in manch anderen Sportarten oftmals froh ist, wenn man das harte Traininig endlich hinter sich hat, verhält es sich beim Werfen eher wie mit einer Tüte Kartoffelchips:

- Einmal angefangen, möchte man gar nicht mehr aufhören - .

("Den Peter muss man mit einem Kran von der Wurfscheibe wegtragen, sonst hört der nicht auf zu werfen." Zitat Dieter Führer)

           Quelle Foto: www.messerwerfen.de

     

 

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